Wenn Essen mit Kontrollverlust und Belastung verbunden ist.
Eine Binge-Eating-Störung ist mehr als gelegentlich zu viel zu essen. Diese Seite richtet sich an Angehörige, die verstehen möchten, warum vorschnelle Bewertungen und Schuldzuweisungen nicht weiterhelfen.
Bild mit KI erstelltVerstehen, ohne zu vereinfachen.
Essstörungen sind komplex. Wer sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen macht, kann fachliche Beratung suchen und gleichzeitig lernen, mit der eigenen Unsicherheit und Belastung umzugehen.
Binge-Eating-Störung
ist eine psychische Essstörung, bei der es zu wiederholten Essanfällen kommt – ohne dass danach Erbrechen oder andere kompensatorische Maßnahmen erfolgen (wie bei Bulimie).
Betroffene essen in kurzer Zeit sehr große Mengen – deutlich mehr, als andere in derselben Zeit essen würden – oft begleitet von Kontrollverlust, Schuldgefühlen und Scham. Anders als bei Bulimie wird das Gegessene aber nicht „rückgängig“ gemacht.
Ursachen
Auch hier speilen viele Faktoren zusammen – körperlich, psychisch, sozial:
- Stress, Trauer oder emotionale Belastung.
- Versuch, Gefühle mit Essen zu regulieren (emotionales Essen).
- Geringes Selbstwertgefühl und Selbstkritik.
- Frühe Diäterfahrungen und Gewichtsdruck.
- Familiäre Konflikte, Leistungsdruck oder traumatische Erlebnisse.
Was können Eltern tun?
- Essanfälle ernst nehmen, ohne Vorwürfe oder Scham zu stärken.
- Über Gefühle sprechen lernen, nicht nur übers Essen.
- Fachliche Hilfe suchen, Kinderärzte, spezialisierte Therapeut:innen oder Beratungsstellen bieten Unterstützung.
- Vorbild sein für einen entspannten Umgang mit Essen, Körper und Emotionen.
Wichtig
Informationen auf dieser Website ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik oder Behandlung.
Die Binge-Eating-Störung ist keine „Willensschwäche“ und hat nichts mit „zu viel Appetit“ zu tun.
Sie ist eine ernstzunehmende Erkrankung.
Auch Angehörige müssen nicht alles allein tragen.
Wenn Du jemanden liebst, um den Du Dir Sorgen machst, darf auch Deine eigene Belastung Raum bekommen.